Veröffentlicht in Lyrik

Haiku

Das japanische Haiku („lustiger Vers“) ist mit seinen 17 Silben die kürzeste Gedichtform der Weltliteratur. Es besteht aus 3 Verszeilen, die nach einem festen Schema gefüllt werden:

5 Silben
7 Silben
5 Silben

Die Kürze der Form verlangt eine starke Verdichtung der Bilder und Gedanken. Traditionell wird ein Haiku über ein Bild aus der Natur oder einer Jahreszeit geschrieben. Beispiel:

Grauer Nebel im
kalten März zieht vorüber
Krokusse warten

Beim langsamen Lesen entfaltet sich nicht nur eine Bedeutung für das gesamte Haiku, sondern auch für jede einzelne Verszeile.

Inhaltlich sind auch Themen außerhalb der Natur denkbar: Im Senryu („Flussweide“) werden menschliche Eigenschaften thematisiert, manchmal sogar humorvoll oder spöttisch. Die Form bleibt unverändert:

Nebelwolken im
Kopf als Gruß von der langen
gestrigen Feier

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